Zu viele Gastgeschenke – der Herforder Eishockey Verein hat in der Oberliga Nord Hauptrunde das Drachenduell gegen die TecArt Black Dragons Erfurt in eigener Halle mit 3:6 (1:0/2:2/0:4) verloren. Dabei gaben die Ice Dragons in der ausverkauften imos Eishalle „Im Kleinen Felde“ eine zwischenzeitlichen 3:0-Führung noch aus der Hand und mussten am Ende in eine deutliche und verdiente Niederlage einwilligen.
Beide Mannschaften benötigten zunächst etwas Anlauf, um in die Begegnung zu finden. Ungenauigkeiten im Spielaufbau sorgten dafür, dass weder die Gäste noch die Ostwestfalen Großchancen herausspielten. Torgelegenheiten entstanden somit zunächst aus Kontersituationen aufgrund von Abspielfehlern. Eine der wenigen Ausnahmen war das 1:0 in der 15 Minute, als Jannis Kälble für den HEV einnetzte. Mit der knappen HEV-Führung wurden auch erstmals die Seiten gewechselt.
Herford kam gut aus der Kabine, erhöhte nun den Druck und machte nach einem Bully in der 23. Minute durch einen platzierten Schuss von Dennis Sticha das 2:0. Die Ice Dragons setzten sofort nach und erzielten in der 25. Minute das 3:0 durch Sebastian Moberg, der schnell vor dem gegnerischen Tor reagierte und im Nachschuss traf. Bis zu diesem Zeitpunkt lief alles für die Mannschaft von Chefcoach Henry Thom nach Plan und das Ergebnis war sogar deutlicher als es der Spielverlauf vermuten ließ. Doch passend zum Ost-West-Drachenduell hatte die Partie am Tag der Deutschen Einheit eine Wende parat. Erfurt arbeitete sich irgendwie in die Begegnung hinein und bekam zudem mehrfach Gastgeschenke, die das Black Dragons-Team wieder zurückbrachten. In der 30. Minute kassierte Herford zunächst eine Strafzeit aufgrund eines Wechselfehlers, die Santeri Haarala nur wenig später zu nutzen wusste. In der 33. Minute vergab der HEV dann eine eigene Großchance und vergaß Erfurts Fritz Denner an der eigenen blauen Linie. Die Nummer 96 der Thüringer hatte keine Mühe, um auf 2:3 zu verkürzen. Herford wirkte zu diesem Zeitpunkt fast ein wenig geschockt, rettete sich jedoch noch in den letzten Seitenwechsel.
Im Schlussdrittel sorgten die Gäste dann jedoch endgültig für den TurnOver. Erfurt wartete auf sich bietende Gelegenheiten, die in Form von unnötigen Zeitstrafen des HEV auch kommen sollten, um dann gnadenlos und effektiv zuzuschlagen. Rene Kramer nutzte zunächst eine Powerplay-Situation in der 47. Minute zum 3:3-Ausgleich und Santeri Haarala brachte die Black Dragons im „5 auf 3“ erstmals in Führung (51.). Miro Markkula sorgte mit dem 5:3 in der 55. Minute für die Vorentscheidung, den Schlusspunkt zum 6:3 setzte Tom Banach 90 Sekunden vor dem Ende mit einem EmptyNet-Treffer.
Auch Henry Thom musste auf der anschließenden Pressekonferenz zunächst einmal tief durchatmen, um die passenden Worte zu finden: „Beide Mannschaften haben sich am Anfang bemüht, um ins Spiel zu finden. Die Partie war ausgeglichen, ohne viele hochkarätige Chancen, dennoch gehen wir mit einem 1:0 aus dem ersten Drittel. Wir starten dann gut in den Mittelabschnitt, gehen dann 3:0 in Führung, geben das Spiel dann aber durch Fehler und auch unnötige Strafen aus der Hand. Erfurt spielt sich dann gerade in Überzahl in einen Lauf. Jede Unterzahlsituation wurde äußerst gefährlich für uns und die Black Dragons machen aus sechs Situationen drei Treffer. Uns fehlt das Selbstverständnis in solchen Situationen und wir müssen uns dieses nun wieder hart erarbeiten“.
Nach der Niederlage rutschen die Ice Dragons mit vier Punkten auf Platz 10 der Tabelle und benötigen in der Sonntagspartie bei den Herner EV Miners (18.30 Uhr) Punkte, um den Anschluss an das Mittelfeld wieder herzustellen.
Tore:
1:0 14:23 Jannis Kälble (Leon Köhler / Timo Sticha)
2:0 22:21 Dennis Sticha (Timo Sticha / Leon Köhler)
3:0 24:50 Sebastian Moberg (Yannis Walch / Ryley Lindgren)
3:1 30:25 Santeri Haarala (Joe-Richard Kiss) PP1
3:2 32:51 Fritz Denner (Jakob Altmann)
3:3 46:57 Rene Kramer (Joe-Richard Kiss / Santeri Haarala) PP1
3:4 50:10 Santeri Haarala (Rene Kramer) PP2
3:5 54:06 Miro Markkula (Harrison Reed / Santeri Haarala)
3:6 58:38 Tom Banach EN
Strafen:
Herford 14 Minuten
Erfurt 6 Minuten
Zuschauer:
1029 (ausverkauft)
Streambuchungen:
173

